Zusammenfassung: Unterschied zwischen Mobbing und strenger Führung, Erkennungsmerkmale, Beweissammlung und Anlaufstellen — ein einfacher Leitfaden für Arbeitnehmer.

Was ist Mobbing? Psychologische Belästigung am Arbeitsplatz und was Sie tun können

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Mobbing umfasst systematische, kontinuierliche und einschüchternde negative Verhaltensweisen gegenüber einem Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Ein einzelner Streit, ein hartes Feedback oder eine erhöhte Arbeitsbelastung in einer intensiven Phase sind kein Mobbing. Es gibt drei Unterscheidungskriterien: Wiederholung des Verhaltens, gezielte Ausrichtung auf eine Person und Ergebnis der Ausgrenzung oder Schädigung der Person.

Hinweis: Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche Beratung.

Typische Verhaltensweisen, die als Mobbing gelten

  • Bewusst keine Arbeit zuweisen oder Aufgaben weit unter der Qualifikation vergeben.
  • Absichtliches Ausschließen von Meetings und Informationsflüssen.
  • Ständige herabsetzende Kritik, Spott oder Nachahmung vor anderen.
  • Bewusst unerreichbare Ziele setzen.
  • Unbegründete und wiederholte Ablehnung von Urlaubsanträgen.
  • Gerüchte verbreiten, Andeutungen über das Privatleben.
  • Ständige Änderungen von Arbeitsplatz, Aufgaben oder Schichten zur Erschöpfung.

Unterschied zwischen Mobbing und strenger Führung

Ein Vorgesetzter kann fordernd und direkt zu allen sein; das ist unangenehm, aber kein Mobbing. Der Unterschied zeigt sich in diesen Fragen: Werden die gleichen Verhaltensweisen auch anderen im Team gezeigt? Bezieht sich die Kritik auf die Arbeit oder die Person? Wird das Verhalten seit Monaten wiederholt? Wenn auf alle drei Fragen die Antwort „nur mir / der Person / ja“ lautet, sollte man es als Mobbing betrachten.

Wie sammelt man Beweise?

Die größte Herausforderung in Mobbing-Fällen ist der Beweis, da die meisten Verhaltensweisen mündlich und ohne Zeugen stattfinden. Folgendes kann getan werden:

  • Führen Sie ein datiertes Tagebuch: Schreiben Sie jedes Ereignis mit Datum, Uhrzeit, Ort, Beteiligten und Gesagtem auf. Es ist viel stärker als ein nachträglich erstellter Bericht.
  • Bewahren Sie schriftliche Kommunikation auf: E-Mails, Nachrichten, Aufgabenverteilungen. Da der Zugriff auf Ihr Firmenkonto gesperrt werden kann, sollten Sie wichtige Kopien in Ihrem persönlichen Archiv aufbewahren.
  • Halten Sie Anfragen schriftlich fest: Bestätigen Sie mündliche Anweisungen per E-Mail, indem Sie schreiben: „Wie ich es verstanden habe, werde ich folgendermaßen vorgehen“.
  • Notieren Sie Zeugen: Erfassen Sie die Namen der Personen, die Zeugen des Vorfalls waren.
  • Gesundheitsunterlagen: Wenn der Prozess Ihre Gesundheit beeinträchtigt, sind Arztbesuche unterstützende Dokumente.

Welche Schritte werden intern unternommen?

Es ist sowohl rechtlich als auch praktisch sinnvoll, zuerst interne Wege auszuschöpfen. Wenn Ihr Unternehmen eine Ethik-Hotline, eine Personalabteilung oder ein Disziplinargremium hat, reichen Sie eine schriftliche Beschwerde ein und bewahren Sie eine Kopie auf. Eine schriftliche Beschwerde beseitigt später die Verteidigung „wir wussten nichts davon“.

Externe Beschwerdewege

  • ALO 170: Kontaktlinie des Ministeriums für Arbeit und soziale Sicherheit; wird für Beschwerden und Informationen genutzt.
  • CİMER: Erstellt einen schriftlichen Beschwerdeeintrag.
  • Arbeitsgericht: Für Schadensersatz und Kündigung aus berechtigtem Grund. Fristen sind wichtig, konsultieren Sie einen Anwalt, bevor Sie Schritte unternehmen.
  • Staatsanwaltschaft: Wenn das Verhalten Beleidigung, Bedrohung oder ähnliche Straftaten darstellt.

Für Arbeitgeber: Mobbing ist ein HR-Risiko

Mobbing-Vorwürfe wirken sich über das Schadensrisiko hinaus direkt auf die Teamleistung und die Arbeitgebermarke aus. Drei präventive Maßnahmen: Beschwerden an einen vom Vorgesetzten unabhängigen Kanal weiterleiten, jede Beschwerde schriftlich erfassen und Austrittsgespräche ernst nehmen. Wenn sich in den Gründen der ausscheidenden Mitarbeiter ein Name wiederholt, liegt Ihnen bereits ein Hinweis vor.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich eine Abfindung erhalten, wenn ich wegen Mobbing kündige?

Das Arbeitsgesetz gewährt dem Arbeitnehmer in bestimmten Fällen das Recht auf fristlose Kündigung aus berechtigtem Grund, und in diesem Fall kann eine Abfindung in Betracht gezogen werden. Das Ergebnis hängt jedoch von der Beweislage und den konkreten Umständen ab; holen Sie sich unbedingt rechtliche Unterstützung, bevor Sie Schritte unternehmen.

Wie lange muss Mobbing andauern, um als solches zu gelten?

Es gibt keine feste Dauer im Gesetz. In Gerichtsentscheidungen wird nach Systematik und Kontinuität gesucht; Verhaltensweisen, die sich über mehrere Monate wiederholen, können dieses Kriterium erfüllen.

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